Was sind Angststörungen?

Wenn Angst unser Leben einschränkt und uns in Situationen befällt, in denen wir - realistisch gesehen - nichts zu befürchten hätten, dann wird sie zur Angststörung. Sie kann in unterschiedlichen Formen auftreten:

Generalisierte Angststörung

Bei der Generalisierten Angststörung tritt die Angst nicht in Anfällen auf, sondern ist andauernd vorhanden. Die Betroffenen leiden zum Beispiel ständig unter Befürchtungen, dass ihnen selbst oder Familienmitgliedern etwas zustoßen könnte oder unter unbestimmten Zukunftsängsten. Oft können die Erkrankten auch nicht angeben, wovor sie eigentlich Angst haben.

Negative Angstgedanken[i]

Der Betroffene steigert sich in einen Gedanken hinein. Zum Beispiel in die Angst, sich selbst etwas antun zu können. Oder die Angst, im Alter allein sein zu müssen. Es entsteht ein Gefühl von Hilflosigkeit. Hierzu zählen auch Gedanken, die sich ständig wiederholen, wie im Zwang.[ii] Negative Gedanken können plötzlich auftauchen und Ängste auslösen.
Angstgedanken können Angstgefühle auslösen. So kann zum Beispiel die Angst vor einer Panikattacke genau diese auslösen.

Panikattacken (Panikstörung)

Bei der Panikstörung treten wiederholt intensive Angstanfälle auf. Diese Angstanfälle haben keinen speziellen Auslöser. Während einer Panikattacke hat der Erkrankte intensive Angstgefühle bis hin zur Todesangst, außerdem starke körperliche Reaktionen. Das können zum Beispiel sein: Herzklopfen, Verschwommensehen, Kribbeln in Armen und Beinen, Druckgefühl im Magen, Übelkeit, Realitätsverlust und Schweißausbrüche.

Die Panikattacken treten plötzlich auf und werden schnell stärker. Sie dauern einige Minuten bis zu einer halben Stunde.[iii] Viele Betroffene befürchten, sie seien körperlich erkrankt, deshalb wird die Panikstörung oft erst sehr spät erkannt.

Angstreaktion

Viele Menschen erleben ein Gefühl der Angst, wie es im Gefahrenfall normal ist, ohne dass es eine Gefahr oder einen Auslöser gibt. Die Gefühle und die körperlichen Reaktionen sind die gleichen wie im echten Fall einer Gefahr, nur dass das Auftreten der Gefühle nicht zu erklären ist. Die Gefühle können sein: Panik, ein flaues Gefühl im Magen, Verzweiflung, Verlangen zu weinen, wegzulaufen oder sich zu verstecken, Kribbeln in den Händen und Füßen, Gefühl von Entfernung und Unwirklichkeit, lähmende Schwäche in den Gliedern, die Empfindung, das Gleichgewicht oder das Bewusstsein zu verlieren. Diese Gefühle müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, oft werden aber mehrere gleichzeitig wahrgenommen.[iv]

Phobien

Phobien sind Angststörungen, die in einer bestimmten Situation auftreten. Dazu zählen zum Beispiel:

Platzangst (Agoraphobie)

Viele Menschen denken, Platzangst sei die Angst vor kleinen Räumen, das Gegenteil ist aber der Fall: Platzangst tritt zum Beispiel in Menschenmengen, auf öffentlichen Plätzen, im Supermarkt oder im Zug auf. Hier würde eine Panikattacke Aufsehen erregen, eine schnelle Flucht wäre schwierig. Es gibt Platzangst mit und ohne Panikattacken. Menschen mit Platzangst meiden die Orte, vor denen sie Angst haben und sind deshalb in ihrem Alltagsleben sehr eingeschränkt.[v]

Soziale Phobie

Bei Menschen mit sozialer Phobie tritt die Angst auf, wenn sie im Mittelpunkt stehen. Zum Beispiel bei Reden in der Öffentlichkeit, Behördengängen oder beim Essen im Restaurant. Sie haben Angst, sich ungeschickt zu verhalten oder unangenehm aufzufallen. Man könnte die soziale Phobie auch mit krankhafter Schüchternheit vergleichen. Auch Menschen mit sozialer Phobie vermeiden in der Regel die Situationen, vor denen sie Angst haben.[vi]

[i] Kaestele 22
[ii] Kaestele 22
[iii] Techniker Krankenkasse 12
[iv] Marchand 21
[v] Techniker Krankenkasse 10
[vi] Marchand 27
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Ratgeber Angst und Depressionen