Wie finde ich den richtigen Psychotherapeuten? Zunächst einmal sollten Sie sich aber darüber im Klaren sein, welche Therapiemethode Sie bevorzugen.

VerhaltenstherapieSind Sie bereit an Ihrem Verhalten zu arbeiten, zum Beispiel zu lernen, mit der Angst umzugehen und sie auszuhalten? Im Falle einer Depression kann es sein, dass Sie Hausaufgaben bekommen, zum Beispiel jeden Tag etwas zu tun, was Ihnen früher Spaß gemacht hat, zu dem Sie sich jetzt aber nicht mehr aufraffen können.
Dann könnte die Verhaltenstherapie die richtige Therapiemethode für Sie sein.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Haben Sie das Gefühl, dass Ihr jetziges Problem eher damit zu tun hat, dass in Ihrer Vergangenheit etwas schief gelaufen ist? Und möchten Sie diese Konflikte aus der Vergangenheit aufklären?
Dann könnte die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie richtig für Sie sein.

In unserer Liste finden Sie hinter dem Namen des Psychotherapeuten die angebotenen Methoden (Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie). Dabei sollten Sie bei der Auswahl ganz auf Ihr Gefühl vertrauen. Die beste Therapiemethode nützt nichts, wenn Sie sich ihr verschließen.

Genauso wichtig wie die Wahl der Therapiemethode ist es aber, dass Sie dem Psychotherapeuten vertrauen. Da es in der Psychotherapie um ganz persönliche Gefühle und Erfahrungen geht, ist es auch wichtig, dass Sie sich vorstellen können, diese Ihrem Psychotherapeuten anzuvertrauen. Wenn Sie von vornherein eine persönliche Abneigung haben, ist er oder sie ganz bestimmt nicht der oder die Richtige.

Hilfreich bei der Suche ist auch die

Therapieplatzvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe

Unter der Telefonnummer

0231-94329600

bekommen Sie Therapeuten genannt, die einen Therapieplatz frei haben.

Sie können die Therapieplatzvermittlung auch per e-Mail erreichen:

threapeutensuche@kvwl

Der erste Kontakt: Den ersten Kontakt zu einem Psychotherapeuten bekommen Sie per Telefon. Die meisten Therapeuten sind nur zu ganz bestimmten Zeiten telefonisch zu erreichen, weil Sie während der Behandlung nicht ans Telefon gehen. Oft ist aber ein Anrufbeantworter geschaltet oder eine Ansage, die angibt, wann der Therapeut erreichbar ist. Wenn Sie auf dem Anrufbeantworter Ihre Telefonnummer hinterlassen, ruft Sie der Therapeut zurück.

Nachdem geklärt ist, ob ein Therapieplatz frei ist, bekommen Sie einen Termin für ein Erstgespräch. Hier geht es darum, abzuklären, ob eine Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist, und darum, sich gegenseitig kennen zu lernen.

In diesem Erstgespräch sollten Sie auf folgende Punkte achten:
  • Fühlen Sie sich verstanden und akzeptiert?
  • Ist Ihnen der Psychotherapeut sympathisch?
  • Wird Ihnen aufmerksam zugehört?
  • Können Sie alle Fragen stellen?
  • Haben Sie das Gefühl, auch Unbehagen und Ärger ansprechen zu können?
Scheuen Sie sich nicht, dem Psychotherapeuten nach diesem Erstgespräch eventuell wieder abzusagen und sich dann einen neuen Therapeuten zu suchen. Auch er weiß, dass es wichtig ist, dass der Psychotherapeut und der Patient zusammenpassen. Er wird Ihre Entscheidung verstehen können.

Sie können zum Psychotherapeuten mit einer Überweisung vom Hausarzt oder vom Facharzt gehen. Zu vielen Psychotherapeuten können Sie auch direkt mit ihrer Krankenkassen-Chip-Karte gehen, sofern es sich um eine der drei von der Krankenkasse zugelassenen Therapiemethoden handelt.
Das sind: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse.

Wenn Sie nach dem Erstgespräch vereinbaren, eine Therapie zu beginnen, haben Sie zunächst fünf Probesitzungen vor Behandlungsbeginn. So haben Sie Zeit, den Therapeuten kennen zu lernen und er kann sich ein Bild von Ihren Problemen machen. Nach dieser Zeit sollte der Therapeut ihnen sagen können, wie er sich ihre Therapie vorstellt und wie er ihnen helfen will. Diese fünf Probesitzungen (auch probatorische Sitzungen genannt) finanziert die gesetzliche Krankenkasse immer – auch mehrfach. Wenn Sie denken, dass der Psychotherapeut nicht der richtige für Sie ist, können Sie wechseln und bei einem anderen Therapeuten erneut die fünf Probesitzungen in Anspruch nehmen. Erst nach den Probesitzungen wird die eigentliche Therapie von Ihrem Psychotherapeuten bei der Krankenkasse beantragt.

Auch während der Therapie können Sie den Psychotherapeuten wechseln, wenn Sie sich nicht wohl fühlen oder nicht an den Erfolg der Therapie glauben. Dabei sollten Sie allerdings bedenken, dass jede Psychotherapie grundsätzlich harte Arbeit für den Patienten ist und nicht sofort wirken kann.
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