Was hilft bei Angststörungen?

Die Erfolge in der Behandlung von Angststörungen sind in der Regel sehr gut.[i] Kein anderes Seelenleiden lässt sich so gut behandeln wie die Angst.[ii]

Angststörungen aller Arten können mit Medikamenten (z.B. Antidepressiva) oder mit Psychotherapie behandelt werden. Nach Meinung vieler Fachleute ist die Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie (eine Form der Psychotherapie) am wirksamsten.[iii] Das Medikament (zum Beispiel ein Antidepressivum) nimmt die schlimmsten Angstgefühle, während der Betroffene in der Verhaltenstherapie daran arbeitet, seine Gedanken und sein Verhalten zu verändern. Durch intensives Training kann der Betroffene lernen, Angstsituationen auszuhalten, um die Angst dann zu „verlernen“.[iv]

Auch andere Therapieformen als die Verhaltenstherapie werden bei Angsterkrankungen angewendet, zum Beispiel tiefenpsychologische Verfahren. Hier wird die Angst als Folge von unverarbeiteten Problemen und Konflikten aus der Kindheit gesehen. Ziel der tiefenpsychologisch fundierten Therapie ist es, diesen Konflikt zu erkennen und zu verarbeiten und so zu einem neuen Umgang mit dem aktuellen Konflikt zu kommen, so dass keine Angst mehr entsteht.[v]

Bei der Behandlung von Angststörungen können auch beide Behandlungsformen einzeln angewendet werden, also nur mit Psychotherapie oder nur mit Medikamenten behandelt werden.

Wer verschreibt Medikamente gegen Angststörungen?

Ihr erster Ansprechpartner kann auch bei einer Angststörung Ihr Hausarzt sein. Er kann Sie gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen, der kennt sich besonders gut mit den Medikamenten aus, die gegen Angststörungen verschrieben werden. Die folgenden Ärzte können Ihnen weiterhelfen:

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Psychiater)

Der zuständige Facharzt für Angststörungen ist der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Psychiater). Namen und Adressen finden Sie unter der Rubrik "Fachärzte".

Ärzte mit einer „psychosomatischen“ Zusatzausbildung

Diese Ärzte kennen sich besonders mit den Zusammenhängen zwischen psychischen und körperlichen Erkrankungen aus. Das können zum Beispiel Allgemeinmediziner oder Frauenärzte sein, die eine Zusatzausbildung gemacht haben. Sie können Medikamente verschreiben und Ihnen Ratschläge zu einer möglichen Psychotherapie geben. Namen und Adressen finden Sie unter der Rubrik "Fachärzte" in der Tabelle: "Ärzte mit psychosomatischer Zusatzausbildung".

Ärztliche Psychotherapeuten

Diese Ärzte haben zusätzlich zu ihrer medizinischen Ausbildung eine langjährige Psychotherapie-Ausbildung gemacht. Oft sind es Allgemeinmediziner, es gibt aber auch andere Fachärzte, die eine Psychotherapie-Ausbildung haben. Sie dürfen Medikamente verschreiben und bieten Psychotherapie an. Namen und Adressen finden Sie unter der Rubrik "Therapeuten in der Region".

[i] Techniker Krankenasse 23
[ii] Trippel 36
[iii] Techniker Krankenkasse 27, Marchand 178, Trippel 41
[iv] Trippel 41
[v] Arbeitskreis niedergelassener Psychologischer PsychotherapeutInnen Bielefeld e.V., S. 54
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Ratgeber Angst und Depressionen